Arbeitskreis
für Marine- und Heeres- sowie Luftschiff- und Seeflieger-Geschichte

 
 

Wer wir sind

"Wir bilden uns nicht ein kaiserliche Zivil- oder Kriegsluftschiff-Fahrer zu sein, auch nicht, wenn wir von Zeit zu Zeit, bei Bedarf deren Wortschatz benutzen, in einen luftschifferähnlichen Blazer oder eine luftschiffähnliche Montur schlüpfen. Die Geschehnisse der letzten Jahrzehnte faszinieren uns. Möchte jemand ernsthaft mit den Heeres- und Marineluftschiffern im Kriegseinsatz tauschen ? Sie waren auch mit ihrem Ehrenkodex und mit ihren Ansichten Kinder ihrer Zeit.
        Wir sind weder Nostalgiker noch Träumer oder Spintisierer. Aus noch so vielen Trägerfragmenten, Speisekarten und anderen Devotionalien läßt sich keine korrekte Luftschiffahrtsgeschichte und deren Technik rekonstruieren. Auch nicht mit Moccatäßchen, Sektkübeln und Klopapier !
        Wenn man aus Mangel an Geräten und Trägerfragmenten diese im Maßstab 1:1 selber nachbaut, werden statische und fertigungstechnische Fragen beantwortet - vorausgesetzt man hat auch einen technischen Beruf in etwa dieser Richtung erlernt. Um festzustellen, ob deutsche Kriegsluftschiffe sogenannte, vom Zeitgeistpopulismus getragene, unterschiedslose Flächenbombardements gegen die britische Bevölkerung als Terrorangriffe stattgefunden haben, sollte man sich die Arbeit machen an Hand von britischen Stadtplänen und adäquaten Straßenverzeichnissen diese mit zeitgenösssichen und ausländischen Presseberichten zu vergleichen und die Trefferlagen einzutragen ! Auch das ist experimentelle Luftschiffahrtsgeschichte. Auch sollte man wenn es geht ein fahrfähiges Luftschiffmodell im Maßstab von mindestens 1:50 funkferngesteuert fahren, um das Gefühl der Fahrphysik zu erfühlen !"

(aus einem Brief unseres "Primus inter Pares"  Otto Heinz Henningsen im August 1998)


Die Zeit verändert alles. Als nach dem Großen Krieg sich ehemalige Luftschiffer zusammenfanden, um sich gemeinsam an Erlebtes und Erlittenes zu erinnern und eine Tradion der Luftschiffer aufzubauen, ging es im  wesentlichen um Erinnerung, weniger um mehr. Die Kameradschaften bzw. deren Mitglieder begannen jedoch bald gewisse Sammlungen aufzubauen, die später auch systematisiert wurden. Wie in allen deutschen Vereinen kam es jedoch auch zu Eifersüchteleien und Abgrenzungen. Bis zum Krieg 1939 gab es genügend ehemalige Luftschiffsoldaten und Feldluftschiffer, um mehrere Kameradschaften am Leben zu erhalten.  
        Als im Mai 1920 die Luftschiffertruppen aufgelöst wurden, schlossen sich in der Folge die ehemaligen Heeresluftschiffer zur Pflege der Tradition in zwei Kameradschaften zusammen, die bis zum Beginn des nächsten Krieges bestanden. 1924 folgten die Marinekameraden ihrem Beispiel und gründen eine eigene Kameradschaft. Im Jahre 1959 schlossen sich die ehemaligen Heeresluftschiffer - in Ermangelung einer eigenen Kameradschaft - der "Marine Luftschiffer Kameradschaft Hamburg" an. So waren sie wieder (wie schon im Kriege) "auf einem Dampfer".  Die deutsche Heeresluftschiffahrt verfügte in seiner Blütezeit über rund 16.000 Mann, bei der Marine dienten noch ein mal soviele Luftschiffsoldaten ...  Diese Soldaten kämpften bei der "Luftschiffwaffe", die Lenkluftschiffe (Zeppeline u.a. Systeme) in Betrieb hielten. Die "Feldluftschiffer" bzw. Ballonzüge waren Einheiten, die sich mit Fesselballonen beschäftigten. In den beiden Berlinen Vereinen waren ehemalige Soldaten sowohl der "Luftschiffwaffe" wie auch der "Feldluftschiffer" organisiert (das waren: "Vereinigung der Offiziere und Beamten der ehemaligen Luftschiffertruppen" und "Verein ehemaliger Kameraden der Luftschiffertruppen in Berlin e.V."

Die Marineluftschiffer-Kameradschaft hatte (anfangs nur) Mitglieder aus der Marineluftschiffahrt wie auch aus der Marinefliegerei (Flugzeugwaffe). Sie wurde 1997 nach dem Tod von Kurt Puzicha, dem letzten Vorsitzenden der MLK aufgelöst. Kamerad Puzicha, dessen Vater auf Zeppelin- und Schütte-Lanz-Luftschiffen gefahren war, pflegte mit großem Engagement die Kontakte mit den zuletzt weltweit verstreuten Mitgliedern der MLK. Dabei kam ihm zustattten, daß ihm als ausgebildetem Dolmetscher die Sprachbarriere keine Mühe machte. Außer den vielen Korrespondenzen von Mitgliedern erreichten ihn auch sehr viele Anfragen zur Luftschiffahrt, militärisch wie allgemein. Er verwaltete sehr akribisch das MLK-Archiv und gewährte aber anderen Mitgliedern nur selten Einblick oder gar Nutzung. Er hatte (wie schon sein Vater) ein sehr introvertiertes Wesen, war nach außen aber immer sehr höflich, distanziert - einfach hanseatisch !

Er vertrat vehement die Ansicht, daß in einer "Marineluftschiffer"-Kameradschaft auch nur Mariner zu sein haben, und daß sich die MLK daher auch nur mit der Tradition der Marineluftschiffe zu beschäftigen habe. In der Folge schrumpfte naturgemäß in den Jahren die Mitgliederzahl auf wenige Hamburger zusammen, die auswärtigen Mitglieder hatten alle den Sonderstatus eines korrespondierenden Mitgliedes. Auch der Webmaster, der als ehemaliger Soldat der Bundesmarine (1971 - 1983) im Jahre 1984 beitrat, kam (unfreiwillig) in den Genuß einer  korrespondierenden Mitgliedschaft. Es gab zwar einen Mitgliedsausweis, aber man brauchte keinen Beitrag zu zahlen (stattdessen waren einmalige/jährliche Spenden üblich), aber formell hatte man kein Stimmrecht ...  

Das Problem der "Nichttätigkeit" der MLK bestand generell darin, daß das Gro der Mitglieder lediglich der Traditions- und Kameradschaftspflege zugänglich war. Im Vorsitzenden Puzicha kulmulierte das Ganze dergestalt, daß er weder etwas von Heeresluftschiffahrt, noch Seefliegern etwas hören wollte. Forschung wurde geduldet aber nicht oder nur sehr zögernd gefördert. Der Beharrlichkeit der Abgrenzung nach anderen Bereichen erwies sich als in der Praxis sehr hemmendes Mittel. Da die Mitglieder aber in den meisten Fällen sowieso Sonderstatus hatten, nutzten die meisten sie die MLK im wesentlichen nur als Informationsportal. Die Ergebnisse ihrer Forschungen beruh(t)en vielfach auf eigenen Recherchen, nur hin und wieder - in seltenen, sehr schwierigen Fällen  - wagte man es den rigiden 1. Vorsitzenden zu befragen. Der "Luftschiffharry" von damals war in den Augen von Puzicha nur ein junger "Quax"  der sich seine "Sporen" noch verdienen mußte. Seine Arbeit zum Thema "Heeresluftschiffahrt" begleitete er wohlwollend bis grummelnd. Das Verhältnis "Puzicha - Luftschiffharry" konnte man nicht als optimal bezeichnen. Allerdings tröste mich unser Freund Otto Heinz Henningsen (kurz: OHH), daß auch er - viel länger dabei, an Jahren älter und Hamburger - immer wieder Probleme mit ihm habe und auch nur sporadisch an den Schätzen der MLK teilhaben konnte.

OHH, meine Wenigkeit und andere Mitglieder vertraten die Meinung, daß eine Erweiterung der Betätigungsfelder der MLK in jeder Hinsicht gut tun würde. Daran war aber zu Lebzeiten von Puzicha nicht zu denken. 1997 stieg Kurt Puzicha zu "seiner letzten Fahrt" auf. Wir gaben ihm ein würdiges Geleit, das MLK-Archiv wanderte (wie lange Jahre vorher geplant) ins Aeronauticum Nordholz, der Rest der Mannschaft löste den Verein auf. Man war sich einig, daß die Gruppe informell weiter bestehen solle. Unter welchem Namen und Status blieb anfangs unklar. Nach einiger Zeit kam man in Gesprächen überein keinen neuen Verein mit allen seinen "Anhängen" zu gründen, sondern eine lose Gruppierung unter der Arbeitstitel

"Arbeitskreis  für Marine- und Heeres- sowie Luftschiff- und Seeflieger-Geschichte".

Das war etwa 1998, und dabei blieb es. Zu dieser Zeit begann aber bereits ein neues Medienzeitalter - das Internet verband mit einem Male Menschen, die sich vorher nur recht umständlich verständigen konnten. Nun gab es die elektronische Post, das eMail. Die wenigen "Luftschiffer", die es gab konnten sich nun relativ schnell per Suchmaschine und eMail "unterhalten". Der Webmaster hat jedenfalls seit jener Zeit mehr "Luftschiffer" kennengelernt, als in den Jahrzehnten zuvor.


Luftschiffer-Treffen in Jüterbog im Mai 2005
beim Tag der Offenen Tür des "Garnisongeschichtsvereins St. Barbara"

(vlnr.) Frau Redner, Andreas Krug, Jürgen Schneevogt, Frau Schneevogt, Otto Heinz Henningsen, U. Behr
... der Webmaster ist leider mal wieder nicht drauf ... von wegen "knipsen" ...



... mit ein wenig Verspätung ... nach diversen "Problemen" mit dem ungeübten Fotoobjekt ...
und der ungeübten Fotografin ... hier nun "Bülders" vom Luftschiffharry ...

Es blieb eine seit vielen Jahren offene Frage zu lösen: die Erweiterung der Fachkompetenz sprich die Verbreiterung des Wissens zur Luftschiffahrt. Wir alle wissen wie kompliziert das Thema, wie detailreich die Probleme sind. Aus diesem Grund freuen wir uns, wenn sich (weitere) Forscher unserem informellen Kreis anschließen. Dabei sollte man sich auch nicht von dem etwas umständlichen Titel des Arbeitskreises abschrecken lassen.
       In jüngster Zeit wurden z.B. Spezialfragen zur Feldluftschifferei an den Webmaster herangetragen. Die Feldluftschiffer gehörten bislang formell nicht zu unserem Forschungsgebiet, nun ich habe es sofort zu einem gemacht. Material war reichlich da, halt nur nicht entsprechend ausgewertet. Erste Schritte sind getan und zu besichtigen. Das Gebiet wird von mir weiter untersucht und bearbeitet. Mitarbeiter willkommen ! Ich möchte an alle "Luftschiffer" (gleich welcher Couleur)  appellieren, sich einzubringen in unseren zwang- und statutenlosen Kreis ! Vielleicht könnte die Domain www.luftschiffharry.de zumindest im deutschsprachigen Raum zu dem werden, was auf anderen Luftschiffseiten (weltweit) bis heute nicht geschafft wurde. Ein "Treffpunkt", ein "Bahnhof sprich Lufthafen", ein Forum. Wobei letzteres in internetmäßiger Form von mir nicht geleistet werden kann (aus technischer, zeitlicher wie auch aus Gründen des "know how"... das hat inzwischen unser Freund Andreas erledigt. Das Luftschiff-Forum lädt ein zur Diskussion !


Gruß-Emblem der Marineluftschiffer Kameradschaft Hamburg (1924 - 1997)

Aber da gibt es doch noch/schon die Wikipedia werden nun einige rufen. Nun, da gibt es auch schon ein paar Erfahrungen. Wie sich lesen läßt, haben sich die Wellen schon wieder etwas beruhigt, allerdings haben weitere Erfahrungen aus dem Jahre 2006 dazu geführt, daß ich die weitere Mitarbeit bei der Wikipedia sehr zurückgefahren habe und diverse Datei-Angebote aus dem Web bzw. aus der Wikipedia entfernt habe. Ich brauche die Dateien nicht (im Web), da sie sich auf meinem Computer befinden, es war nur ein Angebot an die Interessierten der Luftschiffahrt ... Für den Fall gebrochener Links, Nachfragen usw. bitte ich die verehrte Gemeinde mich direkt per Mail anzusprechen ...

Die restrikten Regeln betreffs Copyright (allgemein) bestehen (zu Recht) weiter, die Anwendung und Verfolgung durch die Wikipedia-Admins scheint aber uneinheitlich - was nicht nur durch die komplexe Gesetzeslage zu erklären ist (manchmal genügt - offensichtlich - das Hinzukommen eines neuen Admins). Statt schöne Kommentare in die Diskussion zu schreiben, sollten die Administratoren als erstes die (vorhandene) Möglichkeit der Mailbenachrichtigung des Teilnehmers zu nutzen ... und erst bei Verstreichung einer "ereignislosen" Woche mit Restriktionen zu drohen ... ich glaube es gibt noch mehr Newcomer sprich Greenhorns, die einfach aus Unwissenheit und nicht mit Absicht gegen Regeln verstoßen ... das würde einigen Frust und unnötige Schreibereien vermeiden ...
        Die Möglichkeit der Diskussion auf den Artikelseiten und/oder bei den Teilnehmern ist zwar schön, aber etwas unübersichtlich - und wird mit der Zeit nicht einfacher werden. Mein Vorschlag also: arbeitet (ruhig) bei der Wikipedia mit, laßt aber auch die anderen Kontakte nicht schleifen !


„Dem Luftschiffertod entronnen - Rettung durch den Fallschirmabsprung“

Ehrenmal „Den deutschen Luftschiffern“
(neben der St. Johannis-Basilika in Berlin, Lilienthalstr. 5 gelegen)
   


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